Was ist die Solidarische Landwirtschaft?

Solidarische Landwirtschaft ist ein Modell, bei dem Verbraucher einen Beitrag zu einem landwirtschaftlichen Betrieb leisten und im Gegenzug die Ernte teilen.

Eine Solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi, ist ein Zusammenschluss von mehreren Konsumenten mit einem Erzeuger von Agrarprodukten. Die Konsumenten kaufen dabei keine einzelnen Produkte, sondern bezahlen ganzjährig einen festen monatlichen Betrag an den Erzeuger, damit dieser unter gesicherten Voraussetzungen produzieren kann.

Die Ernteerzeugnisse teilen sich die Konsumenten untereinander auf, dabei fließt natürlich kein Geld mehr an den Erzeuger. Das Ernterisiko wird von den Konsumenten getragen. Die Konsumenten zahlen einen festen Monatsbetrag, allerdings ist es möglich, dass die Ernte durch Wetterereignisse oder Schädlingsbefall beeinträchtigt wird, wodurch die Konsumenten eine entsprechend geringere Ernte erhalten können.

Besonderheiten der Solawi Orlatal

  • Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Dünger. Beim Anbau wird vollständig auf den Einsatz von Mineraldünger, Klärschlamm und Pestiziden verzichtet. Zudem liegt eine nur sparsame Mechanisierung vor, sodass daraus viele weitere Vorteile im Hinblick auf Umweltschutz, Klimaschutz, Trinkwasserschutz und Verbraucherschutz resultieren.
  • Diverser Anbau. Durch einen sehr diversen Anbau unter Berücksichtigung von Prinzipien der Permakultur und dem Erhalt von Randgehölzen wird Erosion vermieden und der Artenschutz von wilden Pflanzen und Tieren gefördert.
  • Bodenschutz. Besonderes Augenmerk wird auf Gesunderhaltung der Böden gelegt, indem nur leichte oder gar keine Maschinen zum Einsatz kommen, wodurch Bodenverdichtung vermieden wird. Das erhöht die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Durch Mulchen und Kompostgaben wird das wichtige Bodenleben, die Voraussetzung für die Bildung von hochwertigem Humus und damit von Fruchtbarkeit, gefördert.

Was sind die Ziele der Solawi Orlatal?

  • Unabhängigkeit (keine Aktionäre, keine Großkonzerne, keine Fremdbestimmung)
  • Leben und Pflegen sozialer Kontakte
  • In einer Gemeinschaft leben als Modell für eine Gemeinwohlökonomie
  • Lernen, wie Gemüseanbau funktioniert
  • Sortiment und Angebot erweitern
  • Verantwortung für sich, die eigene Gesundheit sowie sein Umfeld übernehmen